Maison Pierre Bourée, Gevrey-Chambertin

 2006  Beaune 1er Crû "Epenottes"                                     23,80 €  (31,73€/Liter) 
 2006 Gevrey-Chambertin "Clos de la Justice"              29,80 €  (39,73€/Liter)
 2006 Gevrey-Chambertin 1er Crû "Les Cazetiers"      37,50 €  (50,00€/Liter)

Ich muß es gleich bekennen: Aus diesem Haus kommen einige meiner Lieblingsburgunder. Wenn man eine gute Flasche von Bourée erwischt, verkörpert sie alles, was die Schönheit eines burgundischen Weines ausmacht. Finesse, Komplexität, Eleganz, den Duft nach getrockneten Rosenblättern, den man in großen, alten Burgundern findet...  Die Andersartigkeit der Weine Bourées erklärt sich mit dem beharrlichen Weigern der Herren Vallet, den wissenschaftlichen Fortschritt in ihre Vinifikation einfließen zu lassen. Einziges Zugeständnis an die Moderne: Die eigenen Hühner sind aus dem Hof verschwunden, deren Eier für die Klärung einzelner Weine verwendet wurden.

Blick in den Garten...Dorflage!

Ansonsten wird hier "non-interventionistisch" gearbeitet. Die Weinberge werden mechanisch bearbeitet, auf den Einsatz von  chemischen Fungiziden und Pestiziden wird verzichtet. Kaltfermentation, oder gar temperaturgesteuerte Gärung? Fehlanzeige. Entrappen? Hier nicht. Es sind doch so wunderbare Tannine in reifen Stielen! Und die Weine entwickeln auch noch etwas weniger Alkohol (ca. 0,5 % weniger). Nachdem die Rotweine nahezu zwei Jahre im Faß verbracht haben, werden sie abgefüllt. 

Die Weine sind in der Tat altväterlich, Kommentare von Winzerkollegen fallen entsprechend kontrovers aus. Die junge Generation, wie Sylvain Pataille, macht wieder Versuche mit der "vendange entière", der Vergärung mit Stielen - doch hört man auch entrüstete Aussagen wie "in heutiger Zeit arbeitet man doch nicht mehr so!".                                                                                                                                                          Die entsprechend vergorenen Weine weisen eine hellere Farbe auf und sind im Duft weniger von - oft eindimensionalen -  Fruchtaromen (besonders Cassis) geprägt. Die Frucht wird durch komplexe, florale Aromen wie getrocknete Rosenblätter und Veilchen ergänzt, die sich - je nach Lage - nach 5-8 Jahren ausprägen.

Monsieur Vallet

Ein Klassiker von Bourée ist der Gevrey-Chambertin aus der Monopol-Lage "Clos de la Justice". Dieser Weinberg liegt unterhalb der RN 74 und bringt einen körperreichen Wein hervor, der Finesse mit einem ausladenden Körper verbindet. Seine fruchtigen Aromen werden von geschmeidigen Tanninen unterstützt.

 Der Beaune 1er Crû "Les Epenottes" befindet sich an den den "Pommard-City-Limits" und teilt sich die Struktur mit den Weinen dieser recht herben Appellation. Bourées "Epenottes" weist neben einer dezenten Holznote Trüffel- und Lederaromen auf, eingebettet in dunkle Waldfrüchte. Dieser Beaune ist leichter und mineralischer als der "Clos de la Justice".

Besonders gerne fülle ich mein Glas mit dem Gevrey-Chambertin 1er Crû "Les Cazetiers". Diese Lage ist für ihre festen, doch nicht rustikalen Weine bekannt. Bourées "Cazetiers" ist somit auch im Kontext seiner Weine besonders tieffarben und dicht. Dominieren im "Clos de la Justice" helle Waldfrüchte, so wird der Geschmack dieses Weines von dunklen Beeren bestimmt, ergänzt von jenen Noten, die nur eine "vendange entière " hervorrufen kann. Dies, zusammen mit einem bemerkenswert langen Abgang, resultiert in einem der großen Weine Burgunds!