Domaine Dupont-Tisserandot, Gevrey-Chambertin

 2007  Marsannay rouge                                                     13,80 €   (18,70€/Liter)           
 2007 Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes                    22,50 €   (30,00€/Liter)
 2007 Gevrey-Chambertin 1er Crû "Petite Chapelle" 37,90 €   (50,53€/Liter)
 2007 Gevrey 1er Crû "Lavaux-Saint-Jacques"            37,90 €   (50,53€/Liter)
 2007  Charmes-Chambertin Grand Crû                        58,00 €   (77,33€/Liter)
 2007  Mazis-Chambertin Grand Crû                              58,00 €   (77,33€/Liter) 


Das Weingut war uns schon lange ein Begriff, doch hatten wir die Weine nicht probiert - es gab einfach keinen Grund dazu. Der entscheidende Anstoß, diese Domäne zu besuchen kam von Christian Sérafin, einem ausgezeichneten Winzer des Ortes. Er findet in der Beurteilung der Weine seiner Kollegen erfrischend ungeschönte Worte und zeigte sich über die Entwicklung dieses Weinguts sehr erfreut. Sechs Wochen später öffnete uns Herr Chevillon mit einem Lächeln das Tor zur Domäne, und die Verkostung konnte beginnen.

Didier Chevillon aus Gevrey-Chambertin

Den Anfang machte ein Marsannay. Wie bei allen Weinen von Dupont-Tisserandot wurde das Lesegut entrappt und einer kurzen Kaltfermentation unterzogen. Die Vergärung erfolgte durch eigene, wilde Hefekulturen, die "levures indigènes".           In der Farbe war er ein wenig heller als die folgenden Gevreys und machte mit seiner weichen, runden, feinfruchtigen Art bereits Spaß, zumal er mit einer nennenswerten Länge ausklang. Ein idealer Wein, wenn man einen typischen Burgunder trinken möchte, jedoch die Bestände der größeren Weine schonen möchte.          

 Anschließend verkosteten wir den Gevrey-Chambertin Vieilles Vignes, eine Cuvée aus den Lagen Champerrier, Les Jeunes Rois, Champs Cheny und En Champs.  Dieser Gevrey gefiel uns wegen seiner dichten Textur, die von einer dezenten Süße umgeben war. Sein Geschmack war von dunklen Früchten - vor allem den für Gevrey typischen Kirschen - geprägt.

Auf den Vieilles Vignes folgte der Premier Crû "Petite Chapelle". Wie es sein Name schon andeutet, grenzt er an den Grand Crû "Chapelle-Chambertin", und auch der "Griotte-Chambertin" ist nur einen Steinwurf entfernt. Trotz seiner Nachbarschaft zum Chapelle, der im Kontext der Grand Crûs des Ortes einen leichteren Wein hervorbringt, ist Dupont-Tisserandots "Petite Chapelle" erstaunlich kraftvoll. Er hat eine dunkle Farbe und in seinem Duft ist neben fruchtigen Aromen eine feine Süßholznote wahrnehmbar. 

In der Premier Crû-Lage  "Lavaux Saint-Jacques" besitzt Herr Chevillon einen Hektar. Dieser ist zu gleichen Teilen mit Reben bestockt, die 60 und 25 Jahre alt sind. Wie all seine Premier und Grand Crûs wird der Lavaux in zu 100% neuen Holzfässern ausgebaut. Nach dem kraftvollen "Petite Chapelle" weist der Lavaux in eine gänzlich andere Richtung. Seine hellere Farbe deutet es bereits an: Eleganz, Finesse und samtene Tannine münden in einen bemerkenswert langen Abgang - burgundischer Klassizismus.

Der Faßkeller der Domaine Dupont-Tisserandot

Obwohl er vom Lavaux nur durch den "Clos Saint-Jacques" getrennt ist, ist die Ausprägung von Dupont-Tisserandots "Les Cazetiers" eine vollkommen andere: Er ist kraftvoll-voluminös und weist Aromen schwarzer Früchte auf, begleitet von schokoladigen und an Mokka erinnernden Nuancen. In dieser Lage gehören dem Weingut 2,1 ha, es ist jene Parzelle die direkt über jener von Christian Sérafin liegt, und mit 40-90 Jahre alten Reben bestockt ist.

Ein Viertel des Charmes von Dupont-Tisserandot liegt in der Morey-Saint-Denis zugewandten Seite namens "Mazoyères", und drei Viertel im klassischen Charmes-Weinberg, unterhalb des Chambertin. Für uns etwas unerwartet, war der Charmes im Duft etwas stärker vom Holz geprägt als die anderen Weine. Im Geschmack war er sehr weich, rund und außerordentlich kraftvoll, komplex und nachhaltig. Sein Stil wies eher Parallelen zum Lavaux auf als zum Cazetiers. Großer Wein.

Den absoluten Höhepunkt repräsentierte der Grand Crû Mazis-Chambertin. Diese Lage wird in Mazis-du Haut und Les Mazis-Bas unterteilt, wobei der Mazis-Bas als etwas besser gilt. Bei Dupont-Tisserandot ist die Aufteilung nahezu salomonisch:   0,3 ha beitzt das Weingut im Mazis-du Haut und 0,2 ha im unteren Teil. Dieser Mazis rechtfertigt alle willkürlich gewählten Superlative - sofern sie die Kraft, Konzentration und Länge eines Weines beschreiben. Dieser monumentale Mazis beeindruckt durch seinen ausladenden Duft - wiederum schwarze Kirschen und Süßholz - seinen generösen, festen Körper und ein minutenlanges Finale.